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Pferdehufe: 20 Irrtümer über weiße Hufe, lange Eisen und die Bedeutung des Strahls ein Bericht von Regina Käsmayr

Pferde haben vier Hufe und müssen regelmäßig zum Schmied. So weit sind sich noch alle Reiter einig. Was alles andere angeht, kursieren serienweise Ammenmärchen über den Pferdefuß, der eigentlich eine Zehenspitze ist. Gemeinsam mit dem staatich geprüften Hufschmied Klaus Grimm haben wir die  20 häufigsten Irrtümer zusammengefasst.


Irrtum 1: Weiße Hufe sind schlechter. Ist ein Huf weiß, so liegt das einzig und allein daran, dass im Horn keine Farbpigmente enthalten sind. Das gleiche gilt für die Haut unter allen weißen Abzeichen am Körper. Farbpigmente haben aber nichts mit Festigkeit zu tun. Dass immer noch viele Pferdebesitzer an die Schauergeschichten über weiße Hufe glauben, liegt einzig und allein daran, dass man Druckstellen, Hämatome und andere Veränderungen bei hellen Hufen besser und schneller sieht. In der Natur gibt es übrigens keine weißen Hufe. Diese Mutation ist ein reines Zucht-Produkt.

Irrtum 2: Jeder Huf trägt ein Viertel Pferd. Das hieße bei einem Warmblut von 600 Kilogramm Gewicht, dass jeder Huf 150 kg tragen müsste. Stimmt schon allein deshalb nicht, weil das Pferd in natürlicher Selbsthaltung 60 Prozent seines Gewichts auf der Vorhand trägt und nur 40 Prozent auf der Hinterhand. Dazu kommt noch die unterscheidliche Fußfolge der jeweiligen Gangarten. So stützt sich das Pferd im Galopp teilweise auf drei Beinen ab, teilweise aber auch nur auf einem. Der britische Hufschmied Gail Williams hat unter Einbeziehung sämtlicher Kräfte, wie beispielsweise der Fliehkraft im Galopp, berechnet, dass Hufe in der Einbeinstütze bei Spitzengeschwindigkeit bis zu 1000 kg tragen.

Irrtum 3: Acht Nägel in acht Löcher. Ein Schmied, der alle acht Löcher eines Hufeisens mit Nägeln füllt, hat noch nie etwas vom Hufmechanismus gehört. Bei jedem Schritt dehnt und weitet sich der Huf. Diese Formveränderung sorgt für die notwenidge Durchblutung des komplizierten Konstrukts im Inneren. Ein Beschlag vermindert den Hufmechanismus ohnehin. Bringt der Schmied allerdings nur drei Nägel auf jeder Seite ein, so bleibt der Bereich von den Trachten bis zur breitesten Stelle in der Mitte des Hufs unversehrt. Hier findet die stärkste Dehnung statt. Die siebte und achte Bohrung gibt es nur aus dem Grund, weil bei brüchigem Horn oder anderen Hufkrankheiten eine Ausweichmöglichkeit für Nägel da sein muss. Es bringt übrigens nichts, wenn ein Schmied die vorletzte Bohrung auslässt und stattdessen die letzte benutzt. Auch das schränkt den Hufmechanismus ein.

Irrtum 4: Druck auf den Strahl ist wichtig. Nach neuesten Erkenntnissen stimmt es nicht, dass der Druck auf den Strahl zwingend für den Hufmechanismus ist. Bisher hat man angenommen, der Hufmechanismus entstünde allein dadurch, dass in der Bewegung der Strahl wie ein Schwamm zusammengequetscht würde und dadurch eine Durchblutung stattfindet. Vielmehr scheint es nun so zu sein, dass vom Boden her äußere Druckkräfte auf alle unteren Teile des Hufes einwirken und von innen heraus das Gewicht des Pferdes das Hufbein leicht nach unten drückt. Berührt der Strahl den Boden nicht, so leiten eben Tragrand, Sohle und evtl. Eckstreben die Druckkräfte nach innen. Das heißt aber noch lange nicht, dass man den Strahl einfach nach Belieben hochschneiden darf. Damit nimmt man dem Huf eine wichtige „Federung“ und begünstigt Zwanghufe und Stellungsfehler.

Irrtum 5: Der Schmied kann allein aufheben. Aufheben ja, aber nicht plan ausschneiden. Weil der Schmied beim Aufheben das Bein zwischen seine Knie klemmt, muss er es ein Stück weit unter dem Pferdekörper heraus in seine Richtung ziehen. Dadurch ist das Bein im Karpalgelenk abgeknickt und die untere Hälfte des Hufs ist nicht mehr parallel zum Horizont, sondern ebenfalls leicht abgeknickt. Das Ergebnis sind meist Hufe, deren äußere Wand höher ist als die innere – das führt zu einem falschen Abrollpunkt, einer ungleichen Lastaufnahme und nicht selten zu Chipfrakturen oder Sehnenproblemen.

Irrtum 6: Vorn 45 Grad, hinten 55 Grad. Laut Bilderbuch stimmt es, dass Vorderhufe einen Zehenwinkel von 45 Grad haben, Hinterhufe einen von 55 Grad. In der Realität sind Abweichungen bis zu 15 Grad völlig normal. Wichtig ist vielmehr, dass der Winkel des Hufs mit dem der Fessel übereinstimmt und beide Vorderhufe denselben Winkel haben, ebenso beide Hinterhufe. Kontrollieren und nachmessen kann man den Wert mit einem Hufwinkelmesser.

Irrtum 7: Ein Ballentreter tritt eben gut unter. Genau das Gegenteil ist der Fall. Ein fleißig untertretendes Pferd tritt zwar mit den Hinterhufen in die Spur seiner Vorderhufe – oder sogar darüber hinaus – aber erst, wenn der Vorderfuß längst wieder abgehoben hat. Kommt es stattdessen zum berüchtigten „Klack“-Geräusch, so kann das verschiedene Ursachen haben. Erstens: Das Pferd ist im Rücken extrem kurz. Zweitens: Das Pferd ist überanstrengt und müse. Drittens: Es gibt Rittigkeitsprobleme wie das „Laufen auf der Vorhand“. Viertens: Die Zehen der Hinterhufe sind zu lang. Fünftens: Die Schenkel der vorderen Hufeisen sind zu lang.

Irrtum 8: Hufrolle ist eine Krankheit. Jedes Pferd hat eine Hufrolle. Die Konstruktion aus Hufbein, Strahlbein, Schleimbeutel und tiefer Beugesehne wird so bezeichnet. Die tiefe Beugesehne kommt vom Karpalgelenk und setzt unten am Hufbein an. Kurz vor dem Hufbein läuft sie über eine Art „Umlenkrolle“, das Strahlbein, welches von einem Schleimbeutel geschützt wird.Deshalb heißt das Ganze auch Hufrolle. Krank ist ein Pferd nur dann, wenn es eine Hufrollenentzündung (Podotrochlose) hat. Dabei ist das Konstrukt aus Knochen, Sehne und Schleimbeutel – meist wegen Überbelastung – entzündet.

Irrtum 9: Barhuf-Pferde laufen genug Horn ab. In freier Wildbahn bei 16 Stunden Bewegung am Tag und unterschiedlichen Bodenverhältnissen ja. In der Box nein. Wer deshalb nicht alle sechs bis acht Wochen den Schmied zum Ausschneiden holt, handelt tierschutzwidrig.

Irrtum 10: Hufrehe ist eine Eiweißvergiftung. Zuviel Eiweiß tut keinem Pferd gut. Hufrehe allerdings ist, salopp gesagt, eher eine Zuckervergiftung, denn sie wird durch sogenannte Fructane, also Kohlenhydrate in den Pflanzen, verursacht. Diese sind je nach Wetterlage mehr oder weniger stark im Gras vorhanden. Scheint die Sonne und ist es überdies warm und feucht, so betreibt jede Pflanze Photosynthese. Das heißt, sie wandelt die Energie der Sonne in Wachstum um. Scheint allerdings nur die Sonne und ist es trotzdem bitterkalt und trocken, so speichert die Pflanze die Energie in Fructanen ab. Sobald es wieder wärmer und feuchter wird, werden die Fructane aufgelöst und fürs Wachstum verwendet. Daher gilt: Hufrehe-gefährdete Pferde sollten nur dann auf die Weide, wenn das Gras optimale Wachstumsbedingungen hat und keinen Zucker speichert. Darüber hinaus sollten die Weiden natürlich gemäht werden, um die Aufnahme von Kohlenhydraten möglichst gering zu halten.

Irrtum 11: Huffett hält die Hufe feucht. Jede Art von Fett legt sich lediglich auf die Oberfläche des Horns. Um einem Huf die nötige Feuchtigkeit zu verschaffen, sollte man ihm stattdessen regelmäßig Wasser zuführen. Am besten geht das, indem das Pferd morgens 20 Minuten lang auf die taufrische Koppel kommt. Alternativ kann man das Pferd eine Weile in einen Bach stellen oder die Hufe mit Eimern wässern. Anschließend etwas Oliven-, Lorbeer- oder Teebaumöl auf den Kronrand auftragen.

Irrtum 12: Hufteer ist gut gegen Strahlfäule. Da freuen sich die Fäulnisbakterien! Hufteer schließt den Huf luftdicht ab. Darunter können die Bakterien dann munter weitergären. Also auf betroffene Hufe niemals Hufteer auftragen, sondern den Schmied anrufen, damit er die verfaulten Stellen ausschneiden kann!

Irrtum 13: Hufabszesse können nur mit der Zange ertastet werden. Es stimmt, dass ein geübter Tierarzt oder Hufschmied einen Abszess durch Abdrücken mit der Zange finden kann. Wesentlich schmerzloser und effektiver ist allerdings ein Messgerät, das die Temperatur des Hufs auf ein Zehntel-Grad genau anzeigt. Damit fährt der Schmied über die Sohle und erkennt auf den ersten Blick, wo die wärmste Stelle ist – genau dort sitzt dann der Abszess.

Irrtum 14: Der Huf ist das Pendant zum Fuß des Menschen. Falsch. Wir Menschen sind Sohlengänger. Pferde sind Zehenspitzengänger. Das heißt, das Hufbein, also der unterste Knochen im Huf, ist vergleichbar mit unseren obersten Fingerknochen. Dementsprechend stimmt das Fesselgelenk mit unseren Knöcheln überein, die Röhre mit unseren Handmittelknochen und das Karpalgelenk mit unserem Handwurzelgelenk (nicht etwa mit dem Ellbogen oder gar dem Knie!). Der Ellbogen sitzt an der Vorderhand des Pferdes und das Knie an der Hinterhand – beides etwa auf Höhe des Rumpfs.

Irrtum 15: Die weiße Linie trennt das Hufbein vom Horn. Das Hufbein ist ein schwammartig poröser Knochen, der normalerweise niemals schwere Lasten tragen könnte. Er kann es nur, weil er innigst mit der tausendfach gefältelten Huflederhaut verbunden ist. Diese bildet mit einem passenden Gegenstück, der Hornkapsel, eine elastische Verbindung. Die Stelle, an der Lederhaut und Hornkapsel wie Finger ineinandergreifen, ist die sogenannte weiße Linie. Sie ist also genau genommen keine eigene „Schicht“ im Huf, sondern ein Zusammenschmelzen von Wandhorn und Sohlenhorn. Nur in diesem Bereich gesetzte Nägel können ein Hufeisen ordentlich halten. Weiter nach außen gesetzt, verliert der Huf das Eisen. Weiter nach innen kommt es zur gefürchteten „Vernagelung“, weil der Nagel „ins Leben“ trifft. Das löst beim Pferd Schmerzen aus und kann eine Infektion zur Folge haben.

Irrtum 16: Biotinmangel verursacht die meisten Hufprobleme. Es wird angenommen, dass nur etwa fünf Prozent der Hufprobleme mit einer Unterversorgung an Biotin zu tun haben. Alles andere ist eine Frage der Haltung, Pflege, Beanspruchung oder der grundsätzlichen Fütterung. Trotzdem ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Zufütterung von Biotin bei spröden und rissigen Hufen die Hornqualität verbessert.

Irrtum 17: Pferde sollen auf dem Tragrand laufen. Der US-amerikanische Hufschmied Gene Ovnicek beobachtete bei einer herde Mustangs, dass sie ihr Gewicht mit Sohle, Eckstreben und Strahl tragen. Der sogenannte Tragrand war bei allen Tieren komplet abgelaufen.

Irrtum 18: Die Eisen müssen genauso lang sein wie die Hufe. Während der sechs bis acht Wochen, die das Pferd mit den Eisen unterwegs ist, wächst der Huf ganz normal weiter. Dabei schiebt sich meist die Zehe nach vorn und die Trachten sacken ab. Um das zu verhindern, sollten die Schenkel der Eisen leicht überstehen. Dadurch unterstützen sie Trachten und Fesseln und die sitzen auch nach zwei Monaten noch korrekt.

Irrtum 19: Stellungsfehler müssen sofort korrigiert werden. Normalerweise lebt das Pferd schon eine ganze Weile mit seinem Stellungsfehler. Ob bodeneng, zehenweit, mit zu langer Zehe oder einseitig hohger Hufwand – das komplizierte Konstrukt aus Sehnen, Bändern und Knochen rund um den Huf hat sich darauf bereits eingestellt. Schneidet man jetzt den Huf sofort in Form, so sieht das nur äußerlich gut aus. Innerlich stehen jetzt unter Umständen sämtliche Knochen „schief“, Sehnen und Bänder werden überbelastet. Deshalb muss der Schmied in solchen Fällen langsam und überlegt vorgehen.

Irrtum 20: Jedes Pferd muss plan stehen. Das muss der Tierarzt oder Hufschmied von Fall zu Fall entscheiden. Bei Arthrose-Pferden kann es unter Umständen Sinn machen, sie um einige Grad schief zu stellen, nämlich zu der Seite, auf der sie sich von Natur aus mehr ablaufen, um die schmerzende Stelle zu entlasten. Der bayerische Hufschmied Klaus Grimm hat extra für diesen Zweck einen Huf-Achsmesser erfunden, der aufs Grad genau misst, wie das Pferd steht oder wie es sich krankheitsbedingt bei Arthrose schräg läuft.

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Lernverhalten beim Pferd

Pferde lernen

Wenn wir Pferde halten, dann bringen wir Ihnen ständig etwas bei. Nicht nur beim Reiten sind wir auf das Lernvermögen unserer Pferde angewiesen:

Wie soll sich das Pferd verhalten, wenn wir es führen?
Darf das Pferd dem Menschen auf die Füße treten bzw. es anrempeln?
Was soll ein Pferd machen, wenn es an eine “Leine” gebunden wird und plötzlich um den Menschen herumlaufen soll?

Da unsere Pferde sehr viel im Laufe ihres Lebens lernen, scheint es interessant mal ein wenig auf die Theorie zu schauen. Wie lernt ein Pferd? Wie funktioniert überhaupt das Lernen?

Was gehört alles zum “Lernen”?

Vorüberlegungen: Lerntheorien werden später “eher wissenschaftlich” noch erklärt. Zunächst scheint es interessant zu überlegen, was man sich selber unter Lernen vorstellt:

Zum “Lernen” gehört zunächst einmal ein Verhalten. Denn nur ein bestimmtes (äußerlich sichtbares) Verhalten nehmen wir an unseren Pferden wahr. Dann gehört noch etwas “Neues” (eine neue Situation, ein neuer Gegenstand) dazu. – Das Pferd hat gelernt mit einem bestimmten Verhalten auf einen neuen Gegenstand (auf ein “neues” Verhalten seines Ausbilders) zu reagieren. Wir sprechen vom Lernen!

Das Pferd muß also in irgendeiner Form aktivwerden,um zu lernen. Ein Pferd lernt beispielsweise, dass eine zunächst angsteinflössende Plane ungefährlich ist. Das Pferd lernt es, weil es dann doch nach einiger Zeit neugierig ist und sich der Plane nähert. Es beschnuppert vielleicht die Plane, kratzt vorsichtig mit dem Huf auf ihr herum……

Zum Lernen gehört also der Spieltrieb, die Neugierde, die Motivation von Seiten des Pferdes. Das Lernen lernenDamit unsere Pferde wirklich lernen können, müssen wir entsprechende Möglichkeiten schaffen. Hat das Pferd bisher erfahren, dass es immer nur bestraft wird, wenn es etwas versucht herauszubekommen – sprich etwas ausprobiert – dann wird es auch nicht mehr lernen. Es bleibt passiv – da es die Strafe fürchtet.

Wir müssen unseren Pferden den Raum lassen auch mal etwas “Falsches” auszuprobieren. Sobald es dann (zunächst vielleicht zufällig) das richtige Verhalten zeigt, wird es belohnt. Aber….

Wo ist denn nun die Grenze zwischen Bestrafung, negative und positive Belohnung / Bestärkung? Im Umgang dürfen wir nicht vergessen, dass Pferde um ein Vielfaches größer, schwerer und auch stärker sind als wir. Es ist einfach zu gefährlich, Pferden alles zu erlauben.

Loben

Motivation durch Belohnung

Hier scheiden sich häufig die Geister. In unzähligen Fachzeitschriften streiten sich die Experten. Belohnung durch Futter – Belohnung nur durch akustische Reize – Klickertraining etc.

Gehen Sie mal mit geöffneten Ohren durch einen Stall

Probieren Sie doch einfach mal Folgendes: Sie betreten eine Stallgasse am frühen Abend und stellen sich einfach mal ganz unbeobachtet in eine Ecke. Erleben Sie dann ganz bewusst einmal die Athmosphäre, die auf der Stallgasse herrscht.

“Jetzt bleib´doch endlich einmal stehen!”
“Kannst Du mir nicht mal gescheit den Huf geben!”
“Herrgott – jetzt bleib doch endlich mal still stehen!”
“Wie wäre es mal – wenn Du mal ´rum gehen würdest?”

Mehr oder weniger freundlich, werden Pferde angesprochen … Haben Sie eigentlich schon häufiger Pferdebesitzer erlebt, die ihre Pferde loben?

Loben fällt uns häufig schwer

Naja, ganz so schlimm ist es nun auch wieder nicht in Deutschlands Ställen … oder doch? Wenn wir ehrlich mit uns sind, dann fällt es doch schon auf, dass Loben viel schwieriger ist als Kritik. Gerade wenn man aus dem Stau noch schnell in den Stall kommt, ist man nicht gerade sehr ausgeglichen. In so einem Moment auch noch die Ruhe zu finden, das Pferd für richtiges Verhalten zu loben und zwar auch noch exakt im richtigen Moment fällt nicht immer leicht.

Dennoch….

Überlegen Sie in welcher Athmosphäre es Ihnen selber leichter fällt zu lernen bzw. zu arbeiten. Diese Athmosphäre sollten Sie auch versuchen für sich und Ihr Pferd zu schaffen.

Was bedeutet nun “loben”?

Wir brauchen selbstverständlich nicht jede Bewegung und jede Reaktion des Pferdes ununterbrochen zu loben. Das würde dem Pferd tatsächlich sogar lästig …

Motivation

Jede Reaktion im Zeitfenster von 2 – 3 Sekunden nach dem jeweiligen Verhalten gehört zur Bestärkung. Hier sollte mehr Augenmerk auf die positive Bestärkung gelegt werden.

Positive Verstärkung kann wie folgt aussehen:
– stimmliches Lob
– Futter / Futterbelohnung
– Ruhe(Pausen) anbieten
– Training beenden
– Streicheln etc.

Wichtig hierbei ist es, das Gefühl zu schulen, damit man sich in das jeweilige Pferd hineinversetzen kann. Es gilt zu erkennen, wie häufig Übungen wiederholt werden können, wie lange man nach einer Übung dem Pferd eine Pause gibt, wann man lobt etc. Timing ist wichtig.

Lernaufbau…. Vorgehen…

In der Verhaltensbiologie hat sich Folgendes herausgestellt: Zu Beginn einer Lernphase muss jeder Versuch (und sei er noch so klein) belohnt werden. Hat das Pferd einmal den Weg gefunden, was man von ihm will, belohnt man nur noch die deutlichen (richtigen) Versuche seitens des Pferdes die Aufgabe zu lösen. Ist die Aufgabe eigentlich schon gelernt, wird nur noch unregelmäßig belohnt – bzw. nur noch die wirklich tollen Ergebnisse (ggfs. um wieder neue Motivation aufkommen zu lassen – auch zwischendurch mal einen nicht ganz so gelungenen Versuch.)

Erlernte Hilflosigkeit

mit Strafe erziehen ………

Strafe funktioniert auch! (Leider…..)

Ein Pferd, das hauptsächlich mit Strafe ausgebildet wurde, kann ein nach außen hin recht erfolgreiches Pferd sein. Es zeigt sich “artig” und kann auch in seiner ausgebildeten Disziplin recht gute Leistungen bringen.

Ein Freizeitpferd, an das wir Anforderungen wie Zuverlässigkeit und Scheufreiheit etc. stellen, wird so ein Pferd aber bestimmt nicht. Das Pferd wird je nach Temperament mehr oder weniger heftig versuchen, dem Einflussbereich des Menschen zu entgehen. Keine gute Ausgangslage für ein Verlasspferd.

Ein Experiment …..

In Europa werden Experimente zur Erforschung der Verhaltensbiologie hauptsächlich an Mäusen und Ratten durchgeführt. In Amerika gibt es auch Experimente mit Menschen.

Dr. Alfonso Aguilar erzählte auf einem seiner Seminare über folgenden Versuch:

Man bildete zwei Studentengruppen.
Der ersten Gruppe gab man Aufgaben, die innerhalb von 15 Sekunden gut zu beantworten waren.
Die zweite Gruppe erhielt Fragen, die in 15 Sekunden nicht zu beantworten sind.
Alle Mitglieder der zweiten Gruppe erhielten bei jeder falschen Anwort einen kurzen Stromschlag (sprich eine unangenehme Bestrafung!)

Runde zwei:
Beide Gruppen erhielten nun identische Fragen. Gruppe eins konnte eine hohe Anzahl der Fragen beantworten. Gruppe zwei versuchte es überhaupt nicht mehr. Alle Studenten in der Gruppe zwei ware so “eingeschüchtert” und so in Erwartung der “Strafe”, die ja auf jeden Fall zu kommen schien, dass sie eher passiv das Experiment vorübergehen lies.

Erlernte Hilflosigkeit….

Der Begriff “erlernte Hilflosigkeit” wurde 1967 von den amerikanischen Psychologen Martin E. P. Seligman und Steven F. Maier geprägt.
» siehe Wikipedia erlernte Hilflosigkeit – Experiment mit Hunden

So drastisch das Beispiel vielleicht auf den ersten Blick wirkt, im Nachhinein, dient es aber sehr plastisch zur Erklärung. Ohne Motivation werden unsere Pferde bald keine Versuche mehr starten neues Verhalten bzw. neue Verhaltensmuster zu zeigen. Unsere Pferde, werden vorsichtshalber nur noch Verhaltensmuster zeigen, bei denen sie “sicher sind”, dass keine Strafe folgt.

Helfen wir unseren Pferden, damit sie positiv lernen können!

Wir wollen unseren Pferden keine Hilflosigkeit beibringen – (in der Verhaltensbiologie als submissives Verhalten bezeichnet …. übrigens bei Versuchen mit Mäusen wurde nachgewiesen, dass sogar körperliche Gesundheitsprobleme bis zum Tod dadurch ausgelöst werden können!) – sondern …
… wir wollen ihnen neue Lektionen beibringen, wir wollen ihnen die Angst vor dem Hänger fahren nehmen, wir wollen ihnen beibringen gelassen auf Schrecksituationen zu reagieren usw. usw.

Strafe

Eigentlich gibt es nur eine Situation, in der Strafe angebracht ist. –> Die Sicherheit des Menschen ist gefährdet:
Das Pferd wird aggressiv, droht, beißt oder tritt… dann gilt es…. sofortauf der Stelle muss dem Pferd unmissverständlich klar gemacht werden, dass es seine Grenzen weit überschritten hat.

Hier nutzen wir die Strafe um ein Verhalten zu beenden! Lernen bedeutet aber nicht ein Verhalten zu beenden, sondern lernen soll ein “neues” Verhalten hervorbringen. Strafe beendet ein Verhalten!

Beenden wir alle Versuche des Pferdes, aufgrund unserer Hilfen ein Verhalten anzubieten, wird es mit der Zeit keinen Versuch mehr unternehmen zu reagieren.
Das Pferd stumpft ab – es resigniert – es wartet auf die scheinbar unausweichliche Strafe.

Motivation und ein Pferd mit Spaß an der Arbeit sieht anders aus!

 Quelle: www.pferdeleben.de

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10 genetische Verhaltensweisen die man bei Pferden verstehen sollte!

Warum tut er das? Wovor hat er Angst … da ist nichts! Die meisten, wenn nicht alle Pferdebesitzer haben sich das bereits gefragt. Auch wenn wir nicht immer das Verhalten der Pferde verstehen –immer steckt ein Grund dahinter, oder? Absolut. Diese Verhaltensweisen stammen alle aus der Evolution und Pferdebesitzern können sehr stark vom Verständnis dieser Verhaltensweisen profitieren.

Es gibt 10 genetisch vorgegebenen Verhaltensweisen, einzigartige Qualitäten des Pferdes, die durch natürliche Selektion über 50 Millionen Jahre vom Pferd entwickelt wurden und sich zur Arterhaltung und dem eigenen Überleben bewährt haben. Die Nichtbeachtung dieser Qualitäten, sowie

ein Unverständnis der Pferdebesitzer, machen es unmöglich, eine optimale Kommunikation mit Pferden zu haben.

1. Flucht – Wir neigen dazu, die Flatterhaftigkeit des Pferdes als Dummheit zu werten. Aber wenn Pferde erschrecken und weglaufen ist es einfach ein angeborener Instinkt, der auftritt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Beutetieren, die Hörner, Hauer oder Geweihe zur Verteidigung haben sind Pferde mit einem einzigen Mechanismus bewaffnet: Mit ihrem Mechanismus “das Leben zu retten” und der Fähigkeit sehr schnell zu laufen. Die folgenden neun Qualitäten stammen aus der ersten Reaktion der Pferde, der Flucht.

2. Wahrnehmung – Das Pferd ist das scharfsinnigste aller Haustiere. Diese Qualität ist wichtig für die schnelle Erkennung und Flucht vor Raubtieren. Sehen wir uns einmal die fünf wichtigsten Sinne an:

Geruchssinn: Pferde haben einen sehr guten Geruchssinn, da wird sogar so manche Hundenase blass vor Neid.

Hören: Menschen hören in einem Frequenzbereich von etwa 20 000 Hertz. Ein Hertz = eine Schwingung pro Sekunde. Pferde hören mindestens bis zu 38 kHz, also bis zu 38 000 Schwingungen pro Sekunde. Pferde können somit im Ultraschallbereich hören. Zudem können sie die Ohren schwenken und das gibt dem Pferd die Möglichkeit genau festzulegen, woher die Klänge stammen und wie weit sie entfernt sind. Dies war auch entscheidend für das Überleben in der Wildnis.

Tastsinn: Ein Pferd ist sehr empfindlich, weshalb ein schlecht platzierter Satteldecke oder gar eine einzelne Fliege extreme Reizungen verursachen kann. Menschen haben diesen Sinn lediglich in den Fingerspitzen, das Pferd hat den Tastsinn über seinen gesamten Körper verteilt.

Geschmackssinn: Haben Sie schon einmal versucht unbemerkt Buta oder ein neues Ergänzungsmittel in das Pferdefutter zu mischen? Meist erhält man da lediglich ein Naserümpfen. Pferde haben einen sehr ausgeprägten Geschmackssinn. Bei Weiden in der freien Wildbahn ist es wichtig für Pferde zwischen gutem Gras und verschimmelten Futter zu differenzieren.

Sehen: Der Sinn, der sich am meisten vom Unsrigen unterscheidet ist das Augenlicht des Pferdes. Während die Pferde keine besonders starke Tiefenwahrnehmung haben, gibt es andere Faktoren, die Pferde ermöglichen Dinge zu sehen, die uns gar nicht wirklich bewusst sind. Die seitlich platzierten Augen erlauben Pferden eine nahezu 360° Rundumsicht, ein wichtiger Mechanismus des Überlebens für die wilden Equiden. Zusätzlich haben Pferde eine hervorragende Nachtsicht, ähnlich der einer Katze, aber lediglich in Schwarz-Weiss. Das Pferde-Fokussierungssystem unterscheidet sich auch sehr stark von dem der Menschen: Ein menschliches Auge benötigt im Schnitt etwa eineinhalb bis zwei Sekunden, um von Nah auf Fern umzuschalten. Pferde, auf der anderen Seite, machen den Übergang nahtlos. Dies liegt daran, dass sie verschiedene Teile des Auges zur Fokussierung verwenden. Pferde verwenden den oberen Teil ihrer Augen um Dinge aus der Nähe zu betrachten, weshalb sie oft ihre Köpfe dabei senken. Der untere Teil des Auges sieht weit entfernte Objekte scharf, weshalb das Tier seinen Kopf heben wird, wenn es etwas in der Ferne betrachtet. Wenn das Pferd seinen Kopf hoch hält, was es zwangsläufig tun muss um scharf zu sehen, ist es so aber auch gleichzeitig schneller in der Lage bei Bedarf zu flüchten.

3. Reaktionszeit: Pferde haben die schnellste Reaktion von allen domestizierten Tieren. Das ergibt sich wahrscheinlich daraus, dass Flucht der wichtigste Abwehrmechanismus des Pferdes ist. Während eine schnelle Reaktionszeit sehr nützlich für die Flucht vor Raubtieren ist, kann es aber auch für den Menschen rund um Pferde gefährlich werden. Wenn ein Pferd wirklich um sich schlagen oder zutreten will, könnten sich Menschen im Ernstfall nicht schnell genug entfernen.

4. Desensibilisierung: Obwohl Pferde von Natur aus flatterhaft sind und manchmal ängstlich, Desensibilisieren sich Pferde schneller als jedes andere domestizierte Tier. Wenn ein Tier auf der Flucht ist und dennoch an seinem Leben hängt, so ist es sinnvoll, gerade um Energie zu sparen, dass es die Fähigkeit hat, sich schnell zu Desensibilisieren ansonsten würden es auch vor ungefährlichen Dingen ewig davon laufen. Sobald das Pferd erkennt, dass der Reiz, der ihn erschreckt hat, nicht wirklich weh tut, wird die Mehrheit sehr rasch desensibilisiert.

5. Lernen: Der renommierte amerikanische Pferdepsychologe Miller ist davon überzeugt, dass das Pferd der schnellste Lerner aller heimischen Tiere ist. Wenn Sie durch die Flucht am Leben bleiben wollen oder müssen, so ist es besser wenn sie die Fähigkeit haben sehr schnell zu lernen.

6. Gedächtnis: Wer denkt, dass Pferde dumm sind, der irrt gewaltig. Die Merkfähigkeit des Pferdes ist unfehlbar. Sie haben eine der besten Erinnerungsfähigkeiten im gesamten Tierreich, sie sind nach den Elefanten gleich an zweiter Stelle, was diese Fähigkeit bertifft.

7. Dominanz: Equine Dominanz beruht nicht auf roher Kraft, weshalb wir Menschen eine Führungsposition in einer, so wie es der amerikanische Horseman Pat Parelli so treffend ausdrückt, Herde von Zweien, also Mensch und Pferd, der Leader sein können. In einer natürlichen Pferdeherde sind zumeist die älteren, erfahrenen und auch fairen Stuten die Führungspersönlichkeiten. Während diese in der Regel nicht in einem schlechten körperlichen Zustand sind, so sind sie sicher nicht das stärkste Mitglied einer Herde.

8. Kontrolle:  Pferde dominieren durch die Kontrolle der Bewegung. Dominante Stuten, zum Beispiel, behaupten ihre Führungsanspruch entweder dadurch, dass sie andere Pferde zur Bewegung zwingen oder in einer Bewegung hemmen. Dieser Umstand ermöglicht es uns Menschen, die Führung in einer Herde zu übernehmen.

9. Körpersprache: Im Gegensatz zu Menschen, die ihre Gefühle durch Worte ausdrücken können, sind Pferde rein auf die Körpersprache angewiesen. Wenn wir mit Pferden gerecht und natürlich interagieren wollen, müssen wir in der Lage sein die Körpersprache des Pferdes zu verstehen und zu imitieren.

10. Nestflüchter von Geburt an: Pferde kommen bereits voll Entwickelt zur Welt, was bedeutet, dass sie bereits kurz nach der Geburt auf ihren vier Beinen stehen können. Sie können sich sofort selbst ernähren, galoppieren, buckeln, fliehen und der Herde folgen. All ihren Sinne und neurologischen Funktionen sind vollkommen ausgereift. Kurz nach der Geburt ist eine der kritischen Lernphasen von Fohlen die die Bindung zur Mutter stärkt. Diese Phase können Pferdebesitzer für die Sozialisierung und Prägung der Fohlen auf dem Menschen sehr gut nutzen, auch Imprint genannt.

Natürlich ist jedes Pferd anders und sollte auch als Individuum behandelt werden. Das heißt, dass ein grundlegendes Verständnis wie ein Pferd „funktioniert“ vorhanden sein muss. Ein Reiter kann dieses Wissen sehr gut verwenden, um eine starke Beziehung zu dem Tier zu schmieden und auch einen sicheren Umgang in der Arbeit um ihn herum.

Quelle: http://www.nfwrc.com/cms/10-genetische-verhaltensweisen/

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Wie galoppiere ich leicht, unbeschwert und doch versammelt? Ein Bericht von Leslie Desmond

Wie galoppiere ich leicht, unbeschwert und doch versammelt?

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Wenn man ein Pferd rückwärts richtet, kann man am besten sehen, ob es seine Hufe richtig hebt. Schleifspuren im Sand bedeuten, dass das Pferd die Beine nicht richtig anhebt. Es bewegt sich nicht leichtfüßig und losgelassen, sondern schlurft durch den Sand. Dies ist ein sicherer Hinweis darauf, dass dieses Pferd sich auch in der Vorwärtsbewegung – und gerade im Galopp – genauso flach und schlurfend vorwärts bewegt. Es springt die Galoppschritte dann nicht richtig durch, sondern nimmt sie gequält und schwer.

Wenn sich das gleiche Pferd aber ohne Reiter bewegt, sind seine Galoppsprünge meist frei, losgelassen und ungezwungen. Der Grund: Der Reiter ist nicht richtig vorbereitet und ausgebildet. Er muss bei sich selbst anfangen. Sich fit machen. Ist er es nicht, kann er sich elastischer trainieren. Wenn er kein genaues Ziel hat, kann er zielgerichteter werden. Nur ein Reiter, der Fit und in seiner Mitte ist, kann dem Pferd ein guter Partner sein. Ein Pferd, dass von Natur aus frisch und frei galoppiert, muss lediglich lernen, dass es das auch unter dem Reiter kann und darf. Dass heißt nicht, dass man nun nur noch durch die Gegend jagd. Folgende Punkte zeigen einen möglichen Weg zum Ziel: Zu einem freien, losgelassenen, ungezwungenen und doch kontrollierten Galopp.

„Manchmal müssen wir uns erst ändern, damit sich unser Pferd ändern kann. Menschen, die den ganzen Tag funktionieren müssen – die z.B. immer das tun müssen was ihr Chef sagt – haben häufig Schwierigkeiten damit, sich los zu lassen. Denn Flexibilität, Spontanität und Anpassungsfähigkeit ist das, was wir dem Pferd bei seiner Ausbildung anbieten müssen. Nur über diese Eigenschaften lässt sich eine gefühlvolle Mensch-Pferd- Beziehung aufbauen. Versuche dich neu zu definieren. Nur für einen Augenblick. Wenn du Probleme hast in deinem Beruf, in deiner Familie, mit dem Computer oder sonst wie, was stellst du dann nicht alles für Überlegungen an, was du anders tun kannst, um das Problem zu lösen. Warum willst du nicht auch mit deinem Pferd einen neuen besseren Versuch starten.

Was bedeutet es eigentlich, ein Pferd zu versammeln, ihm einen Rahmen geben, es rund zu machen oder ins Gebiss zu reiten? Zunächst einmal bedeutet es für das Pferd, dass es sich nicht frei bewegen kann. Darüber denken viele nicht nach, die nach diesen Richtlinien arbeiten. Es ist wichtig, dass du deinem Pferd immer wieder kleine Aufgaben stellst. Eine Aufgabe für dein Pferd kann alles sein, was du möchtest. Du kannst ihm sagen: “Bitte einen Schritt zurück“, oder „den Kopf etwas runter bitte“, oder „bitte in den Hänger“ oder auch nur „geh hier entlang“.Aus irgend einem Grund forderst du das von deinem Pferd. Nur fordere es bewusst und führe es bewusst durch. Jeden Schritt, immer mit Schritten, die du von deinem Pferd mit Absicht forderst und nicht dein Pferd einfach so von sich alleine machen will. Du mußt wollen und nicht immer fragen: “Was will mein Pferd?“

Oft fordern Reiter etwas ab und im nächsten Augenblick ändern sie schon wieder ihre Meinung. Das erstickt den Versuch. Gib deinem Pferd aber auch die Möglichkeit das auszuführen, was du von ihm willst. Was wir wollen, ist das leichte und willige Gefühl des Pferdes für das was wir wollen. Es muß sich anfühlen, als wenn dein Pferd lang und gelöst mit weiträumigen Schritten nach einem Ritt nach Hause geht. Es ist die freie fließende Bewegung der Hüften und Schultern, wenn das Pferd entspannt ist, der Kopf schwingt und die Zügel schwingen lose mit im Rhythmus der vier Füße.

Und damit sind wir bei der Problematik des Galopps. Ein Weg, dieses Ziel auch im Galopp zu erreichen ist der, daß wir lernen müssen so schnell reiten zu können, wie ein Pferd laufen kann, ohne in den Zügeln und damit im Maul zu hängen, wenn es mal schnell wird. Wir müssen lernen wie man nicht gleich runter fällt. Wir müssen lernen nach vorn zu sehen und nicht nach unten, weiter zu atmen und nicht den Atem anhalten. Wir müssen wissen was wir wollen und nicht daran zweifeln das wir das Richtige tun. Das ist viel auf einmal.

Fühle dich im Galopp wohl, reite ihn aus, reite frei, reite vorwärts. Der Galopp ist für ein Pferd sehr bedeutungsvoll. Es ist für dich ein langer Weg, bis du dich wohl fühlst bei vollem Tempo. Du mußt einen unabhängigen Sitz haben, und eine unabhängigen Hand. Dein Pferd fühlt sich von Geburt an im Galopp wohl, du mußt es erst lernen. Springen in der englisch Reiterei und Arbeit mit Kälbern in der Western Reiterei in einem langsameren Tempo, das sind gute Hilfen um dahin zu kommen. Nicht nur weil dein Pferd irgendwann versteht, daß es einen Grund gibt, warum du dieses oder jenes von ihm willst, sondern mehr in der Art, daß da jemand ist, der die natürliche Bewegung des Pferdes bestimmen und ordnen kann. Das Meiste dabei ist mental, denn wenn das Pferd weiß, da ist eine Aufgabe, folgt es in den meisten Fällen auch der Aufforderung diese Aufgabe zu lösen. Das Pferd tut das in der Art, das es immer im Gleichgewicht bleiben will und in Übereinstimmung mit dem Gefühl des Reiters. Mit anderen Worten, alles was der Reiter tun muß, er darf das Pferd nicht in seiner Bewegung stören. Er muß mit minimaler Einmischung reiten und nicht aufhören in dieser Art mit seinem Pferd zu sprechen.

Wenn ein Pferd in Aufrichtung mit durchhängenden Zügeln, aufmerksam gespitzten Ohren, durchspringenden Hinterbeinen , die Schultern und Vorderfußwurzelgelenke schön weit vorgreifend, um Platz zu schaffen für die Hinterbeine, wenn ein Pferd so galoppiert, dann fühlst du die Kraft und Leichtigkeit mit der ein Pferd sich bewegen kann.

Du kannst in Bills Buch Fotos mit Beispielen sehen. Du kannst alles von deinem Pferd verlangen, was es physisch kann und das wird es auch tun, wenn es dich versteht. So auch deinen Wunsch aus dem Stand galoppieren zu wollen und umgekehrt vom Galopp zum Stand zu wechseln. Oder anders gesagt, wenn dein Pferd das Gefühl hat, dich nicht zu verstehen, dann fühlt es sich leblos, ich will damit sagen, es fühlt sich schrecklich. Das kannst auch du fühlen. Trotzdem versuchen Reiter immer wieder ein Pferd zu führen indem sie

1. Die Zügel fest anstellen und anziehen und das Pferd dann den Kopf hoch reißen.

2. Nach unten schauen (eine Verhaltensweise weil wir immer auf unsere Hände schauen, was in enger Verbindung steht zur Angst runter zu fallen, tatsächlich aber die Vorhand unnötig belastet.

3. Das Genick des Pferdes zu stark biegen (Hebelwirkung über die Zäumung, Tricks und ständiges im Maul hängen bewirken das)

4. Ein Hohlkreuz machen (eine feste Hand, schlechter Sitz, hochgezogene oder nach vorne gedrückte Absätze. All das bewirkt das.

5. Mit flatternden Schenkeln bzw. Schultern auf dem Pferd sitzen.

6. Das Pferd selbst Gebäudefehler hat: z.B. ein steifes Hinterbein, weiche Sprunggelenke, ein Hohlkreuz, eine schwere Vorhand.

Alle diese Fehler stören die Harmonie, das Gleichgewicht und die Verständigung und es herrscht ein schlechtes Gefühl zwischen Pferd und Reiter. Wie aber mache ich es besser? Laß dein Pferd sich wohl fühlen im Galopp. Du mußt 100%ig auch vorwärts wollen, wenn du angaloppieren willst. Zu Beginn ist das schwer, später kommt das ganz von alleine. Mit 100%ig meine ich, wirklich voller Dampf voraus und geh einfach nur mit, so wie dein Pferd rennt.

Um sich an das Gefühl zu gewöhnen, auf einem schnellen Pferd zu sitzen, hilft es, zunächst ein langsames Pferd zu reiten. Dann aber fordere zum Renngalopp auf, wenn du dein Gleichgewicht gefunden hast ohne im Maul zu hängen. Du kannst nicht dein Pferd zum Galopp auffordern und selbst nicht dazu bereit sein. Ich will damit sagen: Habe keine Angst vor dem Galopp. Deine Angst ist zwar gut zu verstehen, aber wenn du Angst hast, mußt du die Angst erst verlieren, egal wie du es anstellst, sie muß erst weg. Erst dann kannst du galoppieren und erst dann wirst du fühlen wie schön und angenehm es ist im vollen Galopp zu reiten, an statt ständig mit dem Gedanken: Mein Pferd wird doch jetzt nicht durch gehen. Für viele ist es ein geheimer Traum so zu galoppieren.

Deshalb ist es an der Zeit zu lernen wie man das am besten lernt und macht. Bringe dich und dein Pferd auf Erfolgskurs, ich will sagen: „Mach es sicher für dich“ Solltest du noch nie dein Pferd draußen im Gelände galoppiert haben, so mußt du erst eine sichere und leichte Verbindung zur Hinterhand und Vorhand sowohl vom Boden als auch im Stand, Schritt und Trab haben. Du wirst schon fühlen, wenn du so weit bist. Außerdem sei sicher, daß du dein Pferd anhalten kannst indem du seine Bewegung durch Gewichtseinwirkung ebenso wie mit sanfter Zügelhand verlangsamst und anhältst. Mit anhalten meine ich wirklich stehen bleiben.

Sei sicher, daß du dein Pferd rückwärts richten kannst, geradeaus und auf einem Bogen ohne im Maul zu hängen und ohne seine Füße durch den Staub schleifen zu lassen. Beide, der Reiter und das Pferd, müssen dies gut verstanden haben und bequem und einfach in ihr Repertoire aufgenommen haben. Du mußt wirklich Vertrauen haben. Es ist keine Garantie dafür, daß es immer sofort gut klappt, wenn du dann zum ersten mal galoppierst. So aber hast du immer ein gutes Fundament parat. Wenn alles einmal zu sehr aus der Kontrolle gerät, dann weißt du, wie du alles zurück nehmen kannst und wie du wieder zu einer Einigung mit deinem Pferd kommst. Dann suche dir einen guten vertrauten Platz, wo es nicht zu Schwierigkeiten kommen kann. Hier beginnst du mit der Arbeit, die ihr schon kennt und wo ihr euch sicher fühlt, bevor ihr erneut galoppiert. Das kann nach wenigen Minuten sein, oder auch nach Tagen.

Wie auch immer, wenn du die Versammlung und Leichtigkeit fühlen möchtest, die ein Pferd von Natur aus hat, dann mußt du in der Lage sein in dieser Art ein Pferd zu reiten, bei der du dein Pferd nur auf natürliche Weise beeinflußt. Damit dein Pferd das befolgt, mußt du dem Pferd genug Inspiration lassen dir als Antwort anzubieten was du vorher von ihm verlangt hast: Leichtigkeit und wirkliche Aufmerksamkeit auf die du dich verlassen kannst. Merke dir bitte: Pferde, die von ängstlichen Reitern geritten werden, werden auch ängstlich und das kann gefährlich werden. Ein Pferd muß wissen, daß es sich auch mit einem Reiter auf seinem Rücken frei bewegen kann. Ein Pferd, das das nicht weiß, kann nicht als gut ausgebildet gelten, und auch nicht als reell und erfolgreich trainiert. Noch etwas: Versuche nicht ein Pferd im Galopp zu reiten, auf dem du dich nicht wohl fühlst und versuche es nie alleine.

Du solltest dir bewußt sein: Ein Pferd zu bewegen hat immer etwas damit zu tun, daß sich beide, Pferd und Reiter verstehen. Das Ziel für den Reiter ist es für sich selbst und sein Pferd eine Vertrauensbasis zu bilden. Deine Vorstellung ist es, auf 4 Hufen unbeschwert daher zu reiten aber die Vorstellung des Pferdes ist es unter jemanden sich zu bewegen, der seinen Kopf runter ziehen kann oder verdrehen kann, schneller als sich diese Worte schreiben lassen. Auch dein eigenes Pferd denkt genau so und fürchtet das. Zunächst musst du Leben in dein Pferd bringen und es aufmerksam machen. Das ist die Leichtigkeit die da sein muss, ehe du mit der Versammlung beginnst.

Warum schreibe ich gerade darüber, das man und wie man ein schnelles Pferd reiten sollte? Was hat das zu tun mit Leichtigkeit, Versammlung und Erhabenheit? Genau darum, weil so viele Reiter erst gelernt haben ein Pferd zu versammeln und Aufrichtung abzufordern, bevor sie mit ihrem Pferd nach draußen ins Gelände gehen. Das verwundert mich wirklich, und ein Pferd ist noch mehr verwundert. Nebenbei ist es auch nicht gerade sicher. Geh doch einen anderen Weg: Du vergeudest eine Menge Zeit, wenn du erst mit der Versammlung des Pferdes anfängst, bevor das Pferd gelöst ist. Es gebraucht dann später viel mehr Zeit, damit es die Aufgaben korrekt ausführt. Ich will damit sagen: Es soll sich in alle Richtungen gelöst und frei bewegen können, am Führhalfter genauso wie unter dem Sattel. Pferde sind gelöst und frei geboren. Von Geburt haben sie eine Scheu vor Menschen sowie eine natürliche Scheu vor vielen anderen Dingen. Das führt manchmal dazu, daß sie wegrennen um sich in Sicherheit zu bringen und nicht stehen bleiben um die Angst zu verlieren. Sie bekommen dann oft sogar Angst davor, daß sie Angst bekommen könnten. Erhalte die natürliche Gelöstheit.

Einige Pferde haben ihre natürliche, angeborene gelöst zu sein verloren. Sie haben aufgegeben damit sie brav sind.- Ihr Verstand ist umgepolt. Andere Pferde unterdrücken sie und das sind oft die dummen Pferde bis zu dem Augenblick, wenn sie sich nicht mehr unterdrücken lassen. Dies ist der Pferdetyp von dem du immer hörst: “Er hat mich abgebuckelt ohne einen Grund! Er hat es nie vorher gemacht.“ Oder so: “Er ist ohne einen Grund durchgegangen! Ich habe ihn 4 Tage die Woche geritten in den letzten 3 Jahren aber das hat er noch nie gemacht.“ Wir müssen unser Pferd gelöst halten damit wir uns wohl fühlen auf unserm Pferd. Genauso wie unser Pferd sich nur wohl fühlt, wenn es gelöst ist. Ansonsten passiert das, was ich oben beschrieben habe. Buckeln, durchgehen usw. Weil Reiter oft Angst vor ihrem eigenen Pferd haben, sind sie nicht gelöst und das Pferd dann auch nicht. Das ist zu verstehen, aber es verändert ein Pferd ganz furchtbar. Es macht ein Pferd gefährlich, besonders für Anfänger, Kinder und andere Pferde. Das ist nicht gut. Ein Pferd lösen und gelöste Versammlung, das sind zwei verschiedene Dinge. Das Pferd wird von Natur aus zur Leichtigkeit und Gelöstheit finden, wenn es versteht was es tun soll. Es wird leichter und schneller gelöst und versammelt sein, wenn der Reiter für sich und sein Pferd eine Aufgabe hat. Aber – und das ist wichtig an dieser Stelle – es muß eine andere Aufgabe sein als die Aufgabe, das Pferd zu lösen.

Die Aufgabe darf also kein Selbstzweck sein. Viele Menschen wollen etwas sammeln, das man nicht sammeln kann. Ich sehe, wie es überall versucht wird, aber nicht klappt. Es ist nicht klug an der Versammlung zu arbeiten, indem man sein Pferd einengt und seine Absätze und Sporen einsetzt oder das Pferd mit einer Gerte schlägt damit es vorwärts geht. Es ist unvorstellbar wie viele Menschen das so machen nur um eine Aufgabe auszuführen. Das kann doch nicht richtig sein. Pferde sind gebaut und geboren um zu rennen, also zeige deinem Pferd, daß du das auch gut findest. Nimm ihm die Angst und galoppiere.

Wenn du Angst vor dem Galopp hast, dann ist das schon ein Problem für das Pferd. Um das zu bewältigen, versuche ein anderes Pferd zu reiten, zu dem du mehr Vertrauen hast. Galoppieren wollen aber Angst davor haben, das ist Gift für ein Pferd. Was heisst losgelöst in der Reiterei? Ein Pferd läßt sich nicht lösen durch Drill, Tricks oder Zwang. Ist jemand ängstlich oder hat Selbstzweifel dann zwängt er meist auch sein Pferd ein. Es gibt Möglichkeiten aus dieser Angst und diesen Selbstzweifeln herauszukommen. Geh einfach einen Schritt zurück an den Punkt, an dem du dich noch wohl fühltest, bevor das unangenehme Gefühl von Angst oder Zweifel kam. Du wirst schon selbst merken wenn dann wieder alles in Ordnung ist.

Wer aufmerksam ist, wird die Anzeichen bei seinem Pferd merken und vorsichtig sein, um diese kleinen Hinweise nicht zu ignorieren nur weil er unbedingt eine ganz bestimmte Übung machen will. Wenn alles in Ordnung ist, keine Angst, keine Zweifel – dann kommt die Leichtigkeit der Bewegung wovon wir hier sprechen – ganz von alleine. Es ist so absichtslos, so wie wenn ein Vogel auf einen Ast fliegt. Woher weiß ein Vogel, daß irgendwo da unten ein Wurm ist den er sucht? Er weiß es nicht, er fühlt es. Ähnlich ist es mit dem Reiten. Um effektiv zu reiten, gebraucht man in erster Linie Gefühl. Beide, der Vogel wie der Reiter, gebrauchen eine Mischung aus Instinkt, Wissen, Gefühl, Timing, Balance, Beobachtungsgabe und Unbefangenheit.

Es ist eigentlich immer das Gleiche wovon ich hier spreche und was wir gebrauchen um unsere Pferde zu verstehen. Aus irgend einem Grund machen wir es komplizierter als es ist. Ich weiß nicht warum. Die Wirkung des indirekten und direkten Gefühls ist es, die es deinem Pferd möglich macht, das zu tun was du von ihm möchtest. So sagt Bill Dorrance es in seinem Buch. Damit die Beziehung zwischen dir und deinem Pferd richtig fließt, muß dein Pferd deine Anweisungen zu sinnvollen Aktionen verstehen. Schlußendlich: Sei sicher, daß du gelöst galoppieren kannst. Vermeide Drill und Anweisungen, vermeide Vorhersagen. Langweile dein Pferd nicht mit Routine.

Pferde sind sehr intelligent. Es ist daher besser diese Fähigkeit gleich von Anfang an zu deinem Vorteil zu nutzen. Mach dir klar was du von deinem Pferd erwartest. Mach dir bewußt, daß dein Pferd mutig und unerschrocken ist, und daß es sich gerne bewegt. Diese neue Art weicht ab von der gerade nicht gerade schmeichelhaften, jahrhundertelangen geschichtlichen Entwicklung zwischen Mensch und Pferd und sie paßt genau in die neue Entwicklung wie sie zur Zeit überall in der Reiterwelt auftaucht.

 Quelle: http://www.goodhorsemanship.de/

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Seit gestern ist eine Anmeldung zum Centered Riding Kurs mit Catherine Gratzl im Mai 2014 möglich

CR

Es erscheint den meisten wahrscheinlich noch etwas voreilig, ich habe aber bereits einige mündliche und telefonische Zusagen. Und ich kann nur sagen wer zuerst kommt…. Ich würde euch daher bitten schnellstmöglich die Kursanmeldung auszufüllen und einzureichen. Die Anmeldung findet ihr wie immer unter dem Reiter Kontakt. Die Plätze sind begehrt und ich möchte allen die gleiche Chance geben, am Kurs teilzunehmen und nicht alle Plätze unter der „Hand“ vergeben. Freue mich wieder mal etwas völlig neues kennen zu lernen, das mir hoffentlich bei meiner Reiterei hilft 😉 Jede Reitweise ist willkommen und erwünscht! Einige Informationen zu Centered Riding findet ihr hier oder unter den Kursinformationen auf der rechten Seite. Wünsche euch viel Spaß beim Lesen!


Die Körperhaltung

Wir reiten mit den Knochen

Warum solltest du die Struktur deines Skelettes kennen, wenn du ein Pferd reiten willst? Jedenfalls denken nicht viele Reiter über ihre Knochen nach, ausser vielleicht über Ihre Gesässknochen. Jeder scheint sich auf die Muskeln zu konzentrieren. Doch in Wirklichkeit muss die Balance von einem Knochen zum anderen, den ganzen Körper hinauf und hinunter, stimmen, ebenso die Verbindung der Gelenke, ehe der Reiter koordiniert und ausbalanciert ist. Wenn die Knochen am richtigen Platz sind, stehen die Muskeln für das Bewegen der Knochen zur Verfügung und werden nicht mehr für das Abstützen des Körpers missbraucht.

Wie ist meine Haltung auf dem Pferd?

Wenn wir Menschen auf der Strasse beobachten, so können wir eine Vielfalt von Gangmustern und Körperhaltungen beobachten. Jeder Mensch hat eine individuelle, für ihn bezeichnende Art, sich zu bewegen. Es kommt vor, dass wir einen Freund oder Verwandten aus einer grossen Distanz nur an seinem Gang oder seiner Haltung erkennen. Viele Menschen leiden jedoch unter der Art, wie sie sich bewegen. Rückenschmerzen, Schulter- und Nackenverspannungen gehören schon fast zu unserem Alltag. Die Haltung, in der wir uns im Alltag bewegen, nehmen wir auch mit aufs Pferd. Meistens fühlen wir uns in dieser Haltung wohl, weil unser Körper sich daran gewöhnt hat.

Wie reagiert das Pferd auf unsere Haltung?

Bevor man nicht zentriert, ausbalanciert und in Harmonie mit dem eigenen Körper ist, wird es sich nicht vermeiden lassen, die Grundbalance des Pferdes zu stören. Das Pferd kann sich nur dann wirklich schwungvoll und ausdrucksstark bewegen, wenn sein Reiter diese Harmonie selber erreicht hat. Das Pferd ist der Spiegel des Reiters. Ist der Reiter im Nacken verspannt und hat dadurch unruhige Hände, wird das Pferd nicht über das Genick laufen können. Sitzt der Reiter im Hohlkreuz, wird das Pferd seinen Rücken nicht aufwölben können. Schaut der Reiter zu Boden, fällt das Pferd auf die Vorhand, um nur einige Beispiele von Geichgewichtsproblemen zu nennen. Meistens ist der Reiter der auslösende Faktor für solche Pferdefehler.

Was beeinflusst unsere Haltung?

Jeder Mensch ist anders gebaut. Lange Oberschenkel, kurzer Oberkörper, schmale Schultern, kurze Beine etc. Auch jedes Pferd hat eine andere Körperform. Langer Rücken, dicker Bauch, überbauter Widerrist etc. Was dem einen Reiter leicht fällt, ist für einen anderen fast nicht möglich. Jeder Reiter braucht deshalb seinen eigenen Plan, mit seinem Pferd harmonisch reiten zu lernen sowie Gleichgewicht und Körpergefühl zu entwickeln. Zwei Kräfte beeinflussen permanent unseren Körper. Die Schwerkraft sowie das neuromuskuläre System. Genauso wie ein Gebäude wird auch unser Körper von der Schwerkraft beeinflusst. Sie ist immer vorhanden. Jedes Mal wenn du aufs Pferd steigst, musst du die Schwerkraft überwinden. Die Muskeln werden vom Nervensystem gesteuert (neuromuskuläres System). Unsere Stimmung, unsere Gedanken und unsere Einstellung haben einen enormen Einfluss auf unser Nervensystem und somit auf unsere Muskeln. Auch Stress, unser Bewegungsverhalten sowie schlechte Vorbilder beeinflussen unsere Körperhaltung.

Eine gute Haltung beinhaltet körperliches, psychisches und emotionales Gleichgewicht.

Die Arbeit mit Vorstellungsbildern – Ideokinese

Das Arbeiten mit Vorstellungsbildern wird seit Jahren in vielen Sportarten im mentalen Training angewendet. Bilder haben eine unmittelbare Wirkung auf die Muskeln. Einem verspannten Reiter können passende Bilder sofort helfen, locker zu werden.

Im Sattel sitzen wie eine Fichte

Ein Beispiel: Stell dir vor, du bist eine Fichte, deren Zweige herunterhängen. Der Baumstamm geht von deiner Mitte aus nach oben durch deinen Oberkörper, zwischen deinen Ohren hindurch und oben aus deinem Kopf heraus. Die Zweige hängen. Deine Arme und Schultern hängen von deinem Kopf heraus. Die Zweige hängen. Deine Arme und Schultern hängen von deinem Kopf und Hals. Deine Rippen hängen von deiner Wirbelsäule und deinem Brustbein. All diese Zweige haben die Freiheit, sich im Wind zu bewegen. Der Stamm ist auch nicht starr. Er kann schwanken, aber er fällt nie um. Deine Körpermitte und dein Becken sind der Waldboden und deine Beine die Wurzeln. Wenn der Stamm des Baumes nach oben wächst, wachsen die Wurzeln tiefer und tiefer hinunter, um den Baum im Gleichgewicht zu halten. Der Baum wächst einfach. Du erlaubst deinem Körper nach oben und nach unten zu wachsen wie die Fichte. Dieses Bild hilft deinem Körper, tief und breit in den Sattel zu kommen, gross zu werden und trotzdem weich zu bleiben, um den Bewegungen des Pferdes zu folgen. Es ist eine ganz andere Bewegungsqualität, als wenn du angewiesen wirst, gerade zu sitzen und dich zu strecken.

Quelle: http://www.centered-riding.ch/styled/styled-9/index.html und http://www.gratzl.co.at/

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Serie Starting Colts von Stefan Ostiadal

Ein Großteil dieses Artikels, war Kursinhalt in unserem Allaroundkurs mit Stefan. Für alle die nicht mitgeschrieben haben. 😉 Alle Teile seiner Serie findet ihr unter dem folgendem Link

Quelle: http://www.wittelsbuerger.de/wissen/2013/starting_colts_8.htm


„Colt Starter“, so nannte man in den USA die Personen, die fast ausschließlich für das Einreiten von Jungpferden zuständig waren. Oft verstand man unter „Colt Starting“ das schnelle Einreiten von Pferden, bis es aufgibt und nicht mehr buckelt. Die Methoden dabei waren oftmals alles andere als pferdeschonend, und der Job wurde nicht selten von ehemaligen Rodeoreitern übernommen – ein Vorgehen mit Konzept und Rücksichtnahme auf die Psyche des jungen Pferdes war dabei sehr selten. Damals war das Einreiten etwas für mutige Mannsbilder, und die Arbeit sollte meist in wenigen Tagen erledigt sein. Bodenarbeit war ein Fremdwort und nichts für „harte Männer“.

Die Zeiten haben sich geändert und – Gott sei Dank – herrscht bei uns ein anderes Bewusstsein, was den Umgang mit Pferden betrifft. Schon seit einiger Zeit weiß man, dass gerade die ersten Erfahrungen, die ein junges Pferd bei der Zusammenarbeit mit dem Menschen macht, von prägender Bedeutung sein können. Aus diesem Grund schätzt man heute ein solides Basistraining, weil es ein Fundament ist, auf das man immer wieder zurückgreift.

Nachdem ich das Pferd nun einige Tage mit dem Sidepull geritten habe, kommt nun die Zeit es mit der Trense zu arbeiten. Es ist sinnvoll das Pferd an diesen „Fremdkörper“ zu gewöhnen und deshalb ziehe ich ihm schon Tage vorher in seiner Box die Trense für 1-2 Stunden an. Das Pferd hat dabei Gelegenheit, sich an die neue Situation mit der Trense zu gewöhnen. Wenn ich das Pferd das erste Mal mit Trense reite, benutze ich keine Maulsperre. Es soll und darf noch mit dem Gebiss „rumspielen“ und es ist normal, dass es dabei auch gelegentlich sein Maul öffnet.

Da ich die ersten Wochen noch nicht an der Nachgiebigkeit durch das Genick arbeite, reite ich in dieser Zeit mit relativ viel Slack, also mit kaum anstehendem Zügel.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Pferde, die gleich ausgebunden werden, kurz nachdem sie die Trense erstmals im Maul hatten, sich oftmals sehr „maulig“ entwickeln.

Stefan1

Deshalb gebe ich den Pferden anfangs Zeit sich an die Trense zu gewöhnen und habe ganz gute Erfahrungen damit gemacht. Wie am Anfang der Serie auch geschrieben, benutze ich während dieser Phase keinerlei Hilfszügel, auch wenn die unter Umständen für „mehr Form“ sorgen würden. Ich glaube daran, dass Pferde ihren Hals anfangs brauchen um sich auszubalancieren. Ein Ziel der ersten Wochen ist das „fallen lassen“ des Halses, Kontrolle des Takts und die ersten Anfänge von Geraderichten.

Um ein Pferd gerade zu richten, muss ich Kontrolle über den gesamten Pferdekörper erzielen.

Ich sehe immer wieder Reiter, die ein junges Pferd in der Anreitphase mit zahlreichen Hilfen überfordern und glauben, das Pferd könnte all diese Hilfen gleichzeitig erlernen und verstehen.

Können wir uns nicht alle an unsere ersten Fahrstunden im Auto erinnern? Verlangte der Fahrlehrer auch gleich das Lenken, Kuppeln, Schalten, Gas geben, usw.? Mein Fahrlehrer tat dies nicht. Er ließ mich erst lenken und Woche für Woche kamen weitere, neue Aufgaben auf mich zu. Genauso gehe ich bei einem jungen Pferd vor. Ich versuche erst die einzelnen Körperteile (Kopf, Schulter, Mittelhand und Hüfte) separat zu kontrollieren und wenn ich diese Kontrolle erzielt habe, kann ich versuchen, mehrere Hilfen gleichzeitig einzusetzen. Denn erst wenn das möglich ist, können wir ein Pferd „geraderichten“

Stefan2

 Stellung und Kontrolle der Schulter

Im Sidepull erarbeitete ich mir, dass das Pferd dem direkten Zügel nachgibt. Das versuche ich nun mit der Trense wenn das Pferd steht und auch in der Vorwärtsbewegung. Es kann sein, dass das Pferd anfangs beim Aufnehmen des Zügels das Maul etwas öffnet. Ich ignoriere das und gebe – wie immer – dann mit dem Zügel nach, wenn das Pferd ansatzweise versteht.

Warum muss das Pferd dem direkten Zügel weich nachgeben? Dies erleichtert uns ungemein die erste grundlegende Gymnastik und irgendwann später wollen wir doch bestimmte Lektionen reiten, bei denen wir immer mal wieder das Pferd mit dem direkten Zügel (auch wenn später das innere Bein den direkten Zügel ersetzen soll) aufnehmen müssen.

Und wer will dabei schon eine schwere Einkaufstüte in der Hand haben.

Dem direkten Zügel nachgeben erleichtert also unsere Kontrolle. Manche Trainer nennen dies auch „Flexing“. Jedoch sehe ich gelegentlich auch Reiter, die das „Flexing“ aus meiner Sicht übertreiben. Es wird dabei Kontrolle gewünscht und das Pferd wird ununterbrochen fast 90 Grad nach links und rechts gestellt. Das Pferd bekommt keine Ruhe mehr im Maul und beantwortet dies nicht selten mit permanentem Schweifschlagen. Ich möchte, dass mir das Pferd willig nachgibt. Aber ich möchte das Pferd nicht dauernd damit belästigen, sonst geht irgendwann die „mentale Zufriedenheit“ verloren und wir bekommen einen „Wrangler“.

Außerdem glaube ich, dass Pferde zufriedener sind und sich besser bewegen können, wenn sie „gerade“ bleiben.

Nicht selten sehe ich Pferde, die auf einem 20 Meter Zirkel permanent nach innen gestellt werden. Sie laufen den großen Zirkel und sollen IMMER nach innen schauen. Das ergibt für mich keinen Sinn.

Wenn ich ein Pferd auf einem 20 Meter Zirkel vorstelle, schaut es bei mir nach vorne auf die Schiene in der es sich bewegen sollte und nicht nach innen. Erst wenn Kreise deutlich kleiner werden, haben auch bei mir die Pferde die Nase sichtbar innen. Aber bitte nicht falsch verstehen: ein Pferd sollte sich natürlich auf einem großen Zirkel bewusst nach innen und außen stellen lassen um es gymnastizieren zu können und Kontrolle über die Schulter zu erzielen. Nur permanent verlange ich diese Stellung nicht!

Wenn ich das Pferd nun stellen kann, habe ich noch lange keine Kontrolle der Lenkung, da diese sich in der Schulter abspielt. Erst wenn ich die Schulter des Pferdes kontrollieren kann, habe ich Lenkung. Und besonders Westernpferde sollten eine sehr gute Schulterkontrolle bekommen.

Es gibt viele Beispiele von Schulterkontrolle innerhalb der bekannten Lektionen. Wenn das Pferd aus dem Stand die Schulter langsam seitwärts bewegt, ergibt sich in der Regel daraus eine Hinterhandwendung. Die Schulter 180 Grad in die andere Richtung „springen“ zu lassen ergibt den Rollback. Aber auch ein guter Springreiter braucht die totale Schulterkontrolle, wenn sein Pferd den Sprung gemeistert hat und der Reiter eine enge, zeitsparende Abkürzung nehmen will. Aber wir kennen auch das Gegenteil: Der Reiter möchte auf dem Zirkel bleiben und das Pferd läuft „über die Schulter“ nach außen. Hier ging die Kontrolle der Schulter und die Akzeptanz des begrenzenden äußeren Zügels verloren.

Kurz und bündig – habe ich Kontrolle der Schulter, habe ich auch Kontrolle über die Richtung!

Stefan3

Deshalb arbeite ich nach wenigen Tagen sehr bewusst an der Kontrolle der Schulter. Ich möchte den äußeren begrenzenden Zügel installieren und dazu verwende ich folgende Übung: Ich reite bewusst ein Sechs- oder Achteck und zwischen den Ecken gerade Verbindungslinien.

In der Praxis sieht es folgendermaßen aus: Auf dem Platz stelle ich mir dieses „Stoppschild“ vor und versuche die Linien erst mal nur in eine Richtung zu reiten. Auf den geraden  Verrbindungslinien zwischen den Ecken sollen meine Hilfen parallel sein – meine Waden passiv, aber leicht am Pferd angelegt, meine Hände mit breiterer Zügelführung und der Hals des Pferdes soll gerade bleiben. Komme ich an eine „Ecke“, gehen meine Hände leicht zur Seite (nach innen), sodass der äußere Zügel angelegt wird und begrenzend einwirkt.

Im gleichen Augenblick nehme ich den inneren Schenkel vom Pferd weg und erhöhe den Druck mit dem äußeren Schenkel. Da meine Pferde bereits von Boden gelernt haben dem Druck zu weichen, verstehen sie meistens schnell und gehen mit der Schulter den Schritt zur Seite. Nun wartet ja wieder eine Gerade von etwa 5-6 Metern, auf der das Pferd wieder „nur“ gerade laufen soll, bis es an der nächsten Ecke ankommt und ich das Gleiche erneut abfrage. Dort verlange ich mit denselben Hilfen, dass das Pferd den Schritt zwischen die Zügel macht. Es kann sein, dass ich Anfangs dem ganz jungen Pferd ein klein wenig mit dem direkten, inneren Zügel helfe, damit es besser versteht. Aber ich vermeide auf jeden Fall ein „nur am inneren Zügel ziehen“! weil das Lernziel ja der begrenzende äußere Zügel sein soll. Das Pferd soll, wie die Bezeichnung schon sagt, diesen Zügel als Begrenzung akzeptieren! Deshalb muss ich ihn auch einsetzen. Da Pferde durch Druck wegnehmen lernen, verlange ich an der Ecke auch nur 1-2 Tritte des Lenkens und dann soll das Pferd wieder ein Stück gerade laufen und sich entspannen können.
Bei dieser Übung wird noch etwas anderes berücksichtigt: Da Pferde zwei Gehirnhälften haben, die kaum miteinander transferieren, ist das mehrmalige Lenken zur einen Seite (an jeder Ecke) eine gute Maßnahme, dem jungen Tier zu zeigen was es tun soll. Es bekommt bei dieser Übung mit Hilfen eine Aufgabe gestellt und es soll die Lösung finden (dem Druck weichen und zwischen die Zügel gehen). Hat es die Lösung gefunden, lässt man es auf dem kleinen geraden Stück auch in Ruhe.

Warum nehme ich dabei den inneren Schenkel weg? Weil der innere Schenkel sonst schon eine zweite gleichzeitige Hilfe wäre, auf das sich das Pferd noch gar nicht konzentrieren kann.
Außerdem mache ich mit dem weggenommenen Schenkel die „Tür“ für das Pferd auf. Es gibt noch einen weiteren wichtigen Grund bei dieser Übung keinen inneren Schenkel zu benutzen: Ich möchte bei dieser Übung abbiegen und nicht biegen! Möchte ich ganze oder halbe Volten reiten, macht es später natürlich Sinn, den inneren Schenkel aktiv oder verwahrend einzusetzen, nachdem das Pferd diese Hilfe erlernt hat.

Stefan4

Bei der beschriebenen Übung jedoch, möchte ich Aufmerksamkeit gegenüber dem äußeren Schenkel und Zügel. Wir befinden uns bei dem Erlernen dieser gymnastischen Übung noch am Anfang, also dürfen wir von unserem (Fahr)Schüler noch nicht zuviel verlangen! Und wie immer wenn wir neue Prozesse beginnen, müssen wir nun regelmäßig und mit Gefühl daran arbeiten. Es kann durchaus sein, dass der erste Versuch sich bescheiden anfühlt, das Pferd gegen den Schenkel drückt, sich vielleicht noch gegen den leicht angenommen Zügel wehrt und rum mault. Wenn ich ein Pferd das erste Mal auffordere zwischen die Zügel zu gehen und das Pferd drückt gegen meine äußeren Hilfen, dann strafe ich nicht gleich oder erhöhe den Druck ungemein. Nein, ich lasse das Pferd ruhig einige Meter dagegen drücken, achte aber darauf, dass sich mein Druck keinesfalls verringert! Das Pferd hat die Lösung noch nicht gefunden und es gefällt ihm auch nicht, dass da von außen noch immer Druck kommt und jemand den Zügel annimmt. Ich warte ab, bis das Pferd nur eine Tendenz weicht und belohne es sofort mit Druck wegnehmen. Es kann sein, dass ich mein geplantes Sechseck schon total verlassen habe. Dies spielt jetzt jedoch keine Rolle. Wichtiger ist, dass das Pferd die Lösung zur Druckminimierung finden muss. Auch wenn dies erst einige Meter später als geplant geschieht.

Der erste Tag, die erste Aufforderung, die erste Idee – sie fühlte sich oftmals wie eine schlechte „Fünf“ in der Schule an. Nun ist Gefühl und Timing angesagt. Zu fühlen, wann das Pferd zu verstehen beginnt – das ist die Aufgabe beim Training junger Pferde!

Keine Sorge, wenn der erste Versuch sich sehr bescheiden anfühlt. War es nicht genau so, als der junge Hund erstmals Leine und Halsband trug? Es gibt keine Hilfen die genetisch in Pferden verankert sind – auch nicht bei Quarter Horses – selbst wenn manche Züchter dies behaupten. Es ist immer ein Prozess des Lernens!

Üben ist nun angesagt! Wenn man ruhig und mit Plan bei der Sache bleibt, fühlt sich diese Übung morgen, nach weiteren Minuten wie eine „Vier“ an. Und am Ende der Woche haben wir ein „Befriedigend“ erreicht. Es wird noch paar Wochen dauern, bis daraus ein „Sehr gut“ geworden ist. Aber die Verbesserung ist das Ziel – nicht das Erzwingen der Note „Sehr gut“

Nächstes Mal:  Nach dem Stellen und der Schulterkontrolle nun der Klassiker: Die Kontervolte!

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